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Geschützt: Draußenkind
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Feli kann was
Zum Beispiel sagt sie jetzt “alle” (Ich freue mich ja immer noch über jedes einzelne Wort…). Sie kombiniert ihre Einzelwörter zu Dreiwortsätzen (“Dudu mal hui!” = Feli rutscht nochmal).
Und sie schmiert sich selbst ihr Frühstücksbrot. Inklusive Belag aussuchen und ordentlich drauflegen. Nur durchschneiden muss ich dann noch. Dann isst sie einen Happen und will sofort spielen oder ein neues Brot schmieren
.
Sie kann ganz tolle hohe Duplo-Bauwerke bauen. Und sie spielt “Domino” mit mir – ich spiele nach den Regeln und Feli legt die Steine irgendwie dazu (wie ein Joker sozusagen).
Sie schläft jetzt im großen Bett mit normaler großer Decke – ohne Schlafsack. Seitdem klappt das im Bett schlafen (statt auf dem Boden) ein kleines bisschen besser, da sie selbständig ins Bett hinein klettern kann.
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Der Alltag hat mich wieder
1 Monat ist die kleine Schwester nun. Ich bin ungeduldig – zu ungeduldig – was meine Heilung betrifft – wobei es die letzten Tage wirklich und endlich bergauf geht. Objektiv betrachtet klappt alles gut. Heute bin ich den ersten Arbeitstag des Mannes auf mich gestellt. Beide Mädchen müssen in manchen Situationen warten, aber ich krieg es hin. Ich habe sogar gesaugt und Wäsche gemacht. Ich nehme es auch alles nicht so schwer, wenn ich beim Putzen unterbrochen werde und dann 1,5 Stunden mit stillen und schuckeln beschäftigt bin. So ist das eben.
Gestern haben wir den Rasen geschnitten und zwei Baumärkte und einen Laden besucht. Das wäre mir vier Wochen vor der Geburt nicht möglich gewesen. Von daher kann ich zufrieden sein. Übrigens besitze ich nun einen Rasenmäher, bin sehr stolz
. Er ist zwar noch verpackt, aber ich freue mich schon auf ihn und habe gestern schon gemerkt, wie viel Spaß mir die Gartenarbeit macht. Es ist anstrengend, aber sehr befriedigend dabei. Ich habe sogar letzte Nacht vom Garten geträumt. Für Feli gibt es bald einen Sandkasten und eine kleine Rutsche im Garten. Der Sommer darf jetzt kommen und bleiben, bitte!
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4 Wochen mit 2 Mädchen
Morgen wird Aurelia vier Wochen alt. Immer noch passt sie in die 56er Klamöttchen. Sie wächst eben erst in die Breite statt in die Länge. Bei der letzten Wiegung vor ein paar Tagen hatte sie 3660g, also 55ng mehr als bei ihrer Geburt. Sie darf aber gern noch ein bisschen so klein und winzig bleiben.
Die kleine Schwester macht überhaupt keine Probleme. Sie ist oft ganz zufrieden und schläft gern mal drei bis vier Stunden am Stück. Nachts meldet sie sich ein oder zwei Mal zum trinken und das wird im Halbschlaf erledigt und schwups schlafen wir weiter. Das Stillen klappte ja von Anfang an super und so ist es auch geblieben. Jetzt hatte sie mal ein, zwei Spuck-Tage, wo sie trinkt und trinkt und spuckt und wieder trinkt und trinkt und nicht so ganz einfach einschlafen konnte. Vielleicht schon die ersten Schub-Vorboten. Aber nichts was wir nicht in den Griff kriegen. Sie liebt warmes Wasser, sie liebt rumgetragen zu werden und natürlich liebt sie es, eng an Mama gekuschelt zu schlafen. Sie guckt mit ihren unglaublichen Augen ganz wach und lebenshungrig durch die Gegend. Sie macht manchmal ein ganz entzückendes “La!”, wenn es ihr gut geht. Damit sie richtig schreit (so wie Feli damals bei jedem kleinen Pups gebrüllt hat) muss man sie schon ganz schön ärgern, sie ist geduldiger als ihre große Schwester als Neugeborenes war. Sie braucht ab und zu mal Ruhe, dann stört sie Felis lautes Spielen oder zuviel Besuch und Trubel beim Einschlafen. Aber wenn sie alles bekommt, was sie so braucht, also Milch und körperliche Nähe und eine trockene Windel, dann ist sie ganz lieb und fällt fast gar nicht auf
.
Beim zweiten Baby sehen wir Eltern vieles lockerer. Und die Einstellung meiner Hebamme passt exakt dazu. Das Baby darf auf dem Bauch schlafen, darf im Elternbett schlafen, darf so oft oder so wenig trinken wie es will. Und diese entspannte Haltung hat anscheinend auch eine Wirkung auf das Baby. Das merke ich vor allem, wenn ich mal einen schlechten Tag habe. Dann spiegelt Aurelia das auch wieder und ist besonders weinerlich und anhänglich. Aber insgesamt bin ich dies Mal einfach weniger überrascht, wie das Leben mit einem Neugeborenen ist (und ich weiß, wie schnell diese Zeit vorbei geht). Bei Feli war ich doch ein bisschen geschockt über die Realität, wie sehr das Baby abhängig ist und wie das ist, 24h am Tag keine Zeit für nichts zu haen (und Feli kam mir ja auch wesentlich anstrengender vor, allerdings kannte ich mich mit Tragen am Anfang nicht aus und das hätte mir wohl sehr geholfen bei ihr).
Feli ist zauberhaft mit ihrer kleinen Schwester. Sie kuschelt gern und sehr zärtlich mit ihr. Sie ruft “Mama! Bebi Milch!” wenn Aurelia schreit. Sie möchte ihre Puppe tragen, wenn ich Aurelia trage. Es ist für sie selbstverständlich, dass das Baby da ist und zu ihr gehört, so als wäre es immer schon da gewesen.
Nach vier Wochen weiß ich nun schon mal, wie ich unseren morgendlichen Ablauf mit Waschen, Anziehen und Frühstücken mit zwei Kindern hinbekomme. Da machte ich mir vorher gar keine Gedanken, und dann ist das Baby da und ich dachte: Wie soll ich das denn jetzt ganz genau schaffen, so ganz praktisch betrachtet? Was mache ich denn dann, wenn beide gleichzeitig morgens wach werden oder beide gleichzeitig nach mir weinen? Inzwischen habe ich schon für einige Situationen einen Plan und der Rest wird sich spontan ergeben und eben so gut wie möglich gemacht. Perfekt geht ja eh nicht.
Meine Hauptaufgabe ist weiterhin, nicht zuviel im Haushalt zu machen. Ja, richtig gelesen. Nichts machen ist sehr schwer für mich. Bisher war ich keinen Tag ganz allein zuhause. Lutz geht diese Woche wieder arbeiten und dafür ist meine Mutter da. Sonst würde ich nämlich den ganzen Tag putzen und waschen anstatt mich zu schonen. Und das ist aber leider noch nötig. Ich habe noch oft Schmerzen. Heben darf ich ja auch nicht. Besonders kompliziert ist das Wickeln von Feli. Wenn sie absolut nicht will und nicht mitmacht, habe ich keine Chance, denn ich kann ein 13kg-Kind weder einfangen, wenn es wegläuft, noch gegen seinen Willen ausziehen. Einmal ist eine Stinkewindel deswegen übergelaufen. Leider hat das Feli gar nicht gestört.
Ab nächste Woche dann der Ernstfall und ich bin wirklich allein. Aber das werde ich schaffen. Das weiß ich jetzt. Ich werde abends durchgeschwitzt sein, aber ich werde das schaffen.
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Besser
Seitdem ich darüber geschrieben habe, schläft Feli wieder besser. Ich achte darauf, dass ich für sie möglichst viel sichtbar bin und mich nicht zuviel mit dem Baby zurückziehe. Das mache ich dann lieber, während sie schläft oder mit Papa einkaufen fährt. Außerdem bekommt sie von beiden Eltern viel Beachtung und neuerdings auch Gutenachtgeschichten beim Insbettbringen. Das liebt sie sehr. Wenn sie doch spät abends aus dem Schlaf aufschreckt und nach Mama ruft, spreche ich durch das Babyfon zu ihr. Wenn das nicht hilft, gehe ich kurz hin und sage ihr, dass ich da bin und biete ihr zu Trinken an. Das reicht schon in den meisten Fällen und sie kann weiter schlafen.
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Geschützt: Wasserratten
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Hauptsache gesund
Ich hasse ja diesen Spruch, den jede schwangere Frau x-mal zu hören bekommt, vor allem wenn nach dem Geschlecht des Babys gefragt wird: “Ist ja egal, ob Mädchen oder Junge, hauptsache gesund!”
Ich wusste und weiß nicht, ob mein Mädchen wirklich gesund ist bzw. bleiben wird. Im Moment ist mit ihr alles ok, die Kinderärzte haben sie sehr genau angeschaut, konnten erstmal keine Hinweise auf Marfan Syndrom feststellen – ich bin ein wenig im Zweifel, da ich ihre Fingerchen ein bisschen lang finde und auch ihre Füße. Aber es ist grenzwertig und nicht genau zu sagen. Kann alles auch noch normal sein.
Nichtsdestotrotz liebe ich mein Mädchen so wie es ist und möchte es nicht eintauschen, egal ob ihre Gene “in Ordnung” sind oder nicht. Klar wünsche ich mir für sie, dass sie sich nicht dieselben Fragen stellen und das gleiche Risiko eingehen muss wie ich, wenn sie mal Kinder haben möchte. Aber für mich persönlich ist sie ein perfekter Mensch und wird so angenommen wie sie jetzt ist, ohne Verbesserungsbedarf.
Daher überlegt euch mal, was ihr da sagt, wenn ihr zu einer schwangeren Frau sagt “Hauptsache gesund!” Wie sie sich wohl fühlt, wenn ihr Kind eben nicht ganz gesund ist oder sein könnte.
Aurelias Blut liegt bereits bei der Humangenetik vor, unser Beratungstermin ist allerdings erst im Juli und erst nach der Begutachtung des Kindes wird das Blut untersucht, wenn das Kind nicht eindeutige Symptome für die Krankheit zeigt – davon gehe ich jetzt aus. Und dann heißt es Warten auf das Ergebnis, was noch einmal sechs bis acht Wochen dauert.
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Die Leiden einer großen Schwester
Um Aurelia mache ich mir keine Sorgen, Ich weiß ja, wie so ein Neugeborenes ist, wir hatten eine intensive Anfangszeit mit Felicitas. Daher kann mich Dauerstillen und Babybauchweh nicht mehr besonders schocken. Manchmal ist es ein wenig nervig, wenn die kleine Schwester gar nicht einschlafen kann und die Tricks nicht so schnell helfen, wie ich das gerne hätte. Aber wir haben das schon einmal überlebt und werden es wieder überleben. Zudem beschert mir die Kleinste immer noch sehr ruhige Nächte, sie schläft quasi durch (z.B. von 22 bis 5 Uhr).
Feli ist sehr, sehr lieb im Umgang mit ihrer Schwester, sie guckt sie gern an und kuschelt und küsst sie. Wenn Aurelia weint, ruft Feli “Mama! Miiilch!°
. Sie möchte sie auch öfters in den Schoß gelegt bekommen. Wenn Aurelia die Augen auf hat, legt Feli ihren Kopf auf Augenhöhe vor sie und ruft “Haaallooo”. Zucker!
Nur Einschlafen und allein schlafen ist für Felicitas momentan sehr schwer. Sie macht wieder mehr Theater beim Hinlegen oder wacht spät abends auf und weint teilweise herzzerreißend nach Mama und Papa. Im Bett bei uns kann sie allerdings auch nicht zu Ruhe kommen und einschlafen. Sie wurschtelt durch das Bett, will mal unter diese oder jene Decke, dann wieder nach dem Baby schauen, wenn Aurelia einen Pieps macht, will sie sie sofort kuscheln (was wir nachts nicht möchten, denn die Kleinste soll ja nicht geweckt werden). Und Feli brüllt dann wieder wie zu ihren besten Zeiten. So, so, so laut. Es fällt ihr offensichtlich schwer, die Veränderung zu verarbeiten, auch wenn man ihr tagsüber davon nichts anmerkt und sie wirklich zufrieden und lieb zu allen ist.
Tja, so kommt es genau so wie wir es eben nicht wollten – alle vier schlafen zusammen im Bett (Aurelia kann mit etwas Glück aber ins Anstellbett gelegt werden, wenn sie fest eingeschlafen ist). Wir drei “Großen” haben alle keinen Platz, da Feli sich unbedingt quer hinlegen muss, und schlafen total unruhig, sind am nächsten Morgen unausgeschlafen und ganz schnell wieder müde – was das Theater beim Mittagsschlaf aber auch nicht erübrigt.
Ich denke, es könnte schlimmer sein, aber es ist anstrengend. Ich hoffe, das gibt sich bald und Felicitas schläft wieder in ihrem eigenen Zimmer. Das Familienbett bringt ja nichts, wenn dann keiner gut schlafen kann.
Meine Hebamme meinte dazu, dass Feli sicher unter Mama-Verlustangst leidet und sich gerade nachts vergewissern muss, dass ich und das Baby noch da sind. Ich glaube, sie hat recht, denn eifersüchtig ist Feli ja definitiv nicht.
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Die erste Woche (im Krankenhaus)
Die ersten zwei Tage nach Aurelias Geburt waren voll von Schmerzen. Die ersten Stunden war ich ja sowieso gar nicht richtig da, und wenn doch, fragte ich sofort nach mehr Ibuprofen. Was die da mit meinem Bauch gemacht haben…nun ja, er ist in ein Schlachtfeld verwandelt worden. Die Narbe sieht zwar “gut” aus und ziept nur in normalem, erträglichen Maße, aber innerlich fühle ich die Verwüstung. Mein Darm hat in der ersten Nacht höllisch wehgetan – die Kleine hatte auch Blähungen und ich konnte ihr Weinen sowas von nachvollziehen. Was mich zunächst geschockt hatte, war, dass ich am frühen Nachmittag nach der OP bereits aufstehen sollte. Nur vor dem Bett stehen, aber davor hatte ich einen Heidenrespekt. Ich bin nicht wehleidig und kann was ab, aber das erste Aufstehen war von Felis Wochenbett meine allerschlimmste Erinnerung. Es war aber dies Mal weit besser, ich war ja auch vorbereitet, dass es weh tun würde, und ich musste auch nicht lange stehen. Am nächsten Mittag kam der Katheter raus und ich durfte auf den Toilettenstuhl (in meinem Zimmer befanden sich nämlich weder Toilette noch Dusche, nur ein Waschbecken, sehr doof). Für den nächsten Klogang wankte ich aber bereits auf den Flur in “mein” Bad (mit eigener Zugangskarte, immerhin). Sobald ich anfing herumzulaufen, ging auch die Heilung schnell voran. Meinem Kreislauf und auch meiner Stimmung tat das sehr gut, wieder etwas selbst tun zu können. Die Schmerzen waren am dritten und vierten Tag immer noch sehr schlimm, vor allem nachts, aber mit der Maximaldosis Ibu aushaltbar.
Dagegen ging es Aurelia von Anfang an ganz prima, außer wenn sie Bauchschmerzen hatte, was etwa jede zweite Nacht der Fall war. Ich hielt mich streng an alles, was ich über Bonding und Stillen weiß, also: Möglichst viel Körperkontakt Haut an Haut mit dem Baby, gemeinsam schlafen, spätestens alle drei Stunden anlegen, vor allem richtig anlegen und gar nicht erst zulassen, dass die Brust wund wird, und selbst gut und viel essen und trinken. Und ich hatte Erfolg, bereits im Laufe des dritten Tages fühlte ich die Brust warm und schwer werden, nach und nach, ganz sanft kam der Milcheinschuss tagsüber. Das war einfach klasse. Daraufhin hat Aurelia sich schön sattgetrunken und ab da immer mindestens drei bis vier oder sogar nachts mal fünf Stunden geschlafen und ich konnte mich super ausruhen. Ich musste sie sogar ab und zu zum Stillen wecken, da ich sonst geplatzt wäre. Ab da hat sie auch manchmal am Tag im Bettchen geschlafen, was meinem Rücken gut tat. Ab und zu hatte sie wieder Bauchschmerzen, weil sie Luft geschluckt hatte. Ich habe gemerkt, dass es hilft, wenn ich vor dem Stillen ein wenig Milch ausstreiche, damit es ihr nicht so gleich in den Rachen schießt. Außerdem hilft ihr ein warmes Körnerkissen bei der Verdauung.
Die ersten vier Tage erhielt ich viel Besuch. Das lenkte mich ab, aber es war auch jedes Mal unglaublich anstrengend für mich. Selbst nur reden oder nur telefonieren erschöpfte mich komplett. Vom dritten bis zum fünften Tag hatte ich zudem ab und zu seltsame Kopfschmerzen (ein Gefühl, als würde ich demnächst in Ohnmacht fallen und Druck im Nackenbereich). Das kam von der Spinalanästhesie. Es war nicht so schlimm schmerzhaft, aber beunruhigend. Da mir Ruhe verordnet wurde, habe ich dann nach und nach den Besuch eingeschränkt bzw. “abbestellt”, selbst Lutz und Feli kamen einen Tag gar nicht.
Am vierten Tag wurde ich bei der Visite erstmals gefragt, wann ich denn gehen wolle. Ich hatte aus irgendeinem Grund im Kopf, dass ich maximal fünf Tage bleiben würde. Die Ärzte rieten mir aber ganz klar davon ab, denn ich war eben noch nicht fit für den Alltag. Ich ließ mich überzeugen. Ich wusste ja Feli bestens versorgt und zufrieden mit Papa zuhause. Er berichtete mir, dass sie bei ihm im Bett schlafen darf, wenn sie das nun mal braucht. Und sie fragte öfters nach “Mama und Bebi”, aber sie weinte nicht nach mir. Außerdem wollte Lutz noch “ein, zwei kleine” Sachen fertig renovieren bis zu meiner Rückkehr. Also verlängerte ich zunächst bis auf den siebten, später sogar bis zum achten Tag. Für mich fühlte sich der Krankenhausaufenthalt nämlich an wie Urlaub (mal abgesehen von den Schmerzen). Vollverpflegung, Putzfrau, öfters mal ein nettes Schwätzchen mit den netten Schwestern, Fernsehen vom Bett aus, netter Besuch der Geschenke, Kuchen und Süßigkeiten bringt und einen auch noch für das Brutergebnis lobt…so lässt es sich doch leben. Nach den Monaten der Anstrengung brauchte ich dringend diese Erholungswoche. Natürlich habe ich meine Lieben zuhause vermisst, aber gleichzeitig hatte ich auch Panik vor dem Heimkommen, denn dann fängt ja die “Arbeit” wieder an. Lutz würde mich zwar umsorgen, aber zuhause ist das einfach etwas anderes, ich kann mich auch so schlecht zurückhalten, selbst den Haushalt zu schmeißen, und ich wusste ja auch nicht, wie sich die Kinder dann verhalten würden, ob es Probleme mit einem oder beiden geben würde.
Acht Tage nach der Geburt ging es dann mit Aurelia, die ihr Geburtsgewicht am Abend zuvor bereits wiedererlangt hatte, heim. Da konnte ich es dann auch kaum erwarten. Trotzdem bekam ich zuhause erstmal einen Anfall. Es war mir alles zu viel. So viel hatte Lutz mit seiner Familie zusammen gemacht, das Wohnzimmer komplett fertig und einige “Kleinigkeiten” mehr geschafft. Und ich regte mich dann auf, dass Sachen “falsch” eingeräumt waren oder im Badezimmer anders herumlagen, als ich das gewohnt bin. Hormonmonster! Ich merkte, dass Lutz zu recht total sauer war und sagte zu ihm, dass ich und Aurelia ganz dringend schlafen müssen. Lutz hat die überdrehte Feli zum Mittagsschlaf ins Bett gesteckt und mich mit der Kleinen in Ruhe gelassen. Wir haben dann unseren ganzen Stress und die Aufregung weggeschlafen und danach konnte ich mich auch wieder einkriegen und bei Lutz entschuldigen. Und ab da ist alles gut gelaufen. Feli ist immer noch total herzig mit der Kleinen. Aurelia ist super fit und ein eher “pflegeleichtes ” Baby (wobei das glaube ich Quatsch ist, wir sind einfach geübtere Eltern und das macht mindestens 90% aus). Ich werde von Lutz von der Hausarbeit abgehalten, ich versuche ihn vom Arbeiten am Haus abzuhalten und wir machen uns eine schöne Zeit für diese restlichen zwei Wochen, die wir zusammen zuhause sind.
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